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Hans Albers
Sherlock Holmes
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Hans Philipp August wurde am 22.09.1891 als Sohn des Schlächtermeistes Wilhelm Philipp Albers und dessen Frau Johanna Dorothea im Hamburger Stadtteil St. Georg, Lange Reihe 71, geboren. Hans war das jüngste von sechs Kindern und wurde von seinen Schwestern und der Mutter stets verhätschelt, was das ganze Leben lang anhielt. Den Besuch der Realschule und des Gymnasiums beendete er vorzeitig. Auch die Lehre in einer Chemikalien- und Farbhandlung blieb ohne Abschluss. Nach einer kaufmännischen Anstellung in einer Seidenfirma in Frankfurt a.M. nahm er Schauspielunterricht. 1911 erhielt Hans Albers sein erstes Engagement im sächsischen Kurort Bad Schandau, dann am neuen Theater Frankfurt. 1913 war er wieder zurück in Hamburg. Er gastierte im Schiller-Theater, im Altona-Theater und im Thalia-Theater. Dort erhielt er seine ersten großen Rollen. Gleich zu Beginn des        1. Weltkrieges wurde er eingezogen und nach 3 Jahren an der Ost- und Westfront schwer am Bein verletzt. Glück im Unglück durfte er schon 1917 wieder zurück an die Bühne. In Berlin begründete er seinen späteren Ruf als Erzkomödiant und oft halsbrecherischer Allroundkünstler. Auf der Bühne sprang er vom Kronleuchter in ein Schwimmbecken und ähnliches mehr. In Bruckners Stück "Verbrecher" gelang ihm 1928 der breite Durchbruch als Gustav Tunichtgut. In Brechts "Dreigroschenoper" feierte er weitere Erfolge als Mäckie Messer. Als Nebenverdienst hatte Hans Albers Rollen in Stummfilmen, wobei er überwiegend Lebemänner, Verführer oder Hochstapler darstellte. Nach fast hundert Stummfilmen und einem Test-Kurz-Tonfilm ("Ein Tag Film") erhielt er 1929 in "Die Nacht gehört uns" (gilt als dritter deutscher Tonfilm) seine große Chance. Hans Albers war einer der wenigen Schauspieler damals, die den Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm überstanden. Obwohl er in vielen Filmen gefährliche Szenen drehte, ließ er sich nie doubeln. Ab 1931 brauchte er sich um Theaterrollen nicht mehr zu sorgen, denn er war zweifellos einer der Großen. Besonders berühmt wurde sein "Liliom" seit der Berliner Premiere des österreichischen Volksstückes. In diesem Jahr drehte er auch den Film "Bomben auf Monte Carlo", erstmals mit Heinz Rühmann als Filmpartner. 1932 ein weiterer Erfolg: "F.P.1 antwortet nicht"   1933 erwarb er sein Anwesen am Starnberger See, wohin er sich mit seiner Lebensgefährtin, der halbjüdischen Schauspielerin Hansi Burg, zurückzog. Abgeschirmt vom Alltag züchtete er hier verschiedene Rosensorten und versuchte, sich dem System möglichst zu entziehen. Er spielte kein Theater mehr, besuchte nie Filmpremieren und auch keine anderen Feste. Mit seinen Filmen verdiente er dagegen die höchsten Gagen Deutschlands. Auch nach der Flucht seiner Lebensgefährtin nach England zeigte er offen seine Abneigung gegen die damaligen Machthaber. Nur seine Popularität schützte ihn oft vor der Verhaftung. Im Farbfilm "Münchhausen", der zum 25. Jubiläum der UFA 1942/43 gedreht wurde, konnte Hans Albers noch einmal so richtig seine Fähigkeiten beweisen. Erich Kästner, der offiziell Schreibverbot hatte, schrieb unter dem Pseudonym Berthold Bürger das Drehbuch. 1943 begannen die Arbeiten zu "Große Freiheit Nr. 7". Wegen der Bombenangriffe auf Hamburg und Berlin wurden die Innenaufnahmen in den Barrandov-Studios in Prag gedreht. Der Film wurde für Deutschland nicht mehr zugelassen. Erst nach Kriegsende durfte er gezeigt werden. Der ebenfalls in Prag gedrehte Film "Shiva und die Galgenblume" wurde fast pausenlos durch Bombenangriffe gestört und blieb unvollendet. In den Wirren des Kriegsendes reiste Hans Albers unbeschadet zum Anwesen am Starnberger See. <Hans Albers und die holde Weiblichkeit... Na ja! Zum Beispiel über seine Bekanntschaft mit der Diva Claire Dux in den Zwanziger Jahren und über seine Mitbewohnerin bis Ende ´45 im Haus am Starnberger See, der Miedermacherin Mathilde, sind diverse Dinge in der "Fach"-Literatur zu finden. Sicher ist nur, dass er der Frau, die er ein Leben lang geliebt hatte, die Treue hielt. Er sagte sich nie von Hansi Burg los.>  


 Mit Hansi Burg 1947.


Nach dem Krieg kehrte Hansi Burg aus dem Londoner Exil endlich zu ihm zurück. Er spielte wieder Theater, u.a. "Liliom" im Berliner Hebbel-Theater. 1947 drehte er seinen ersten Nachkriegsfilm: "...und über uns der Himmel"   Mit Heinz Rühmann machte er 1954, nach "Der Mann, der Sherlock Holmes war" (1937), seinen dritten Film: "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins"   Mit der Neuverfilmung von "Der letzte Mann" (1955) mit Romy Schneider kann Hans Albers leider an seinen Vorkriegsruhm nicht mehr anknüpfen. - Neue Gesichter sind da, u.a. aus Hollywood. Die Verfilmung von Gerhart Hauptmanns Drama "Vor Sonnenuntergang" (1956) wird für ihn noch einmal ein großer Erfolg. In Berlin auf den Filmfestspielen erhielt er dafür den "Goldenen Bären". "Der tolle Bomberg", "Das Herz von St. Pauli", "Der Greifer", "Der Mann im Strom", "13 alte Esel" und "Kein Engel ist so rein" folgen noch. Im Februar 1960 trat er in Wien als Zirkusdirektor im Musical "Katharina Knie" auf. Bei einem Sturz während der Vorstellung zog er sich schwere Verletzungen zu. Im April 1960 verkündete die Presse noch: "Hans Albers auf dem Weg der Besserung"   Am 23. Juni 1960 verlieh ihm der damalige Bundespräsident Lübke das Bundesverdienstkreuz      1. Klasse. Doch dann der 24. Juli 1960: Im Sanatorium Kempfenhausen bei München verstarb Hans Albers. Die Uhren schienen stillzustehen. Es war ein Sonntag. Die Nachricht kam im Radio und im Fernsehen. Am Montag schrieb eine Hamburger Zeitung: "Es ist, als ob jemand ein Stück des Hamburger Michels abgerissen hätte. Es fehlt jetzt und wird niemals mehr zurückkehren." Der große "Otto-Otto" hatte seine blauen Augen für immer geschlossen. Obwohl Hans Albers seinen Lebensabend am Starnberger See verbrachte, wollte er doch in Hamburg begraben werden. So geschehen am Freitag, den 29. Juli 1960. Zu seinem Begräbnis auf dem Ohlsdorfer Friedhof - Grablage Y23 (245-254) / Y23 (325) - waren zehntausend Menschen gekommen. Helmut Käutner sagte: "Du warst ein wahrer König. Dein Zepter war der Humor und deine Krone war dein goldenes Herz. Tschüs, mein Junge. Good bye, Jonny! Moi Wedder end gode Fahrt!"   

Die Ton-Filme:

"Ein Tag Film" (1928)

"Die Nacht gehört uns" (1929)

"Der blaue Engel" (1929/30)

"Der Greifer" (1930)

"Hans in allen Gassen" (1930)

"Drei Tage Liebe" (1930/31)

"Bomben auf Monte Carlo" (1931)

"Der Draufgänger" (1931)

"Der Sieger" (1931/32)

"Quick" (1932)

"Der weiße Dämon" (1932)

"F.P.1 antwortet nicht" (1932)

"Heut´kommt´s drauf an" (1932/33)

"Ein gewisser Herr Gran" (1933)

"Flüchtlinge" (1933)

"Gold" (1933/34)

"Peer Gynt" (1934)

"Varieté" (1934/35)

"Henker, Frauen und Soldaten" (1935)

"Savoy-Hotel 217" (1936)

"Unter heißem Himmel" (1936)

"Der Mann, der Sherlock Holmes war" (1937)

"Die gelbe Flagge" (1937)

"Fahrendes Volk" (1938)

"Sergeant Berry" (1938)

"Wasser für Canitoga" (1938/39)

"Ein Mann auf Abwegen" (1939/40)

"Trenck der Pandur" (1940)

"Carl Peters" (1940/41)

"Münchhausen" (1942/43)

"Große Freiheit Nr. 7" (1943/44)

"Shiva und die Galgenblume" (1945)

"...und über uns der Himmel" (1947)

"Föhn" (1950)

"Herrliche Zeiten" (1950)

"Vom Teufel gejagt" (1950)

"Blaubart" (1951)

"Nachts auf den Straßen" (1951/52)

"Käpt´n Bay-Bay" (1952/53)

"Jonny rettet Nebrador" (1953)

"An jedem Finger zehn - Die neue Schlagerparade" (1954)

"Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" (1954)

"Der letzte Mann" (1955)

"Vor Sonnenuntergang" (1956)

"Die Verlobten des Todes" (1956/57)

"Der tolle Bomberg" (1957)

"Sterne erlöschen nie/Das kommt nicht wieder" (1957)

"Das Herz von St. Pauli" (1957)

"Das gab´s nur einmal" (1957)

"Der Greifer" (1957/58)

"Der Mann im Strom" (1958)

"13 kleine Esel und der Sonnenhof" (1958)

"Kein Engel ist so rein" (1959/60)




 Das Grab auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg.